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Phonogrammarchiv

 

Digitales Archiv

Unser Ziel ist es, in den nächsten Jahren sämtliche Aufnahmen zu digitalisieren, um ihre Abspielbarkeit auch für die Zukunft zu sichern. Einige der verwendeten Tonträger, wie z.B. unsere Azetatplatten aus den 1930er-Jahren, sind akut vom Zerfall bedroht oder verändern sich bei der Lagerung derart, dass sie nicht mehr abspielbar sind. Die Digitalisierung von Tonaufnahmen verlangt grosses Fachwissen, viel Zeit und einen hohen technischen Standard. Deshalb sind wir froh in dieser Beziehung auf ein Netzwerk von Schwesterinstituten zurückgreifen zu können, mit denen wir diese Aufgabe gemeinsam erledigen können. In der Schweiz ist unser wichtigster Partner die Schweizer Nationalphonothek in Lugano sowie der Verein MEMORIAV, der sich um die Erhaltung des audiovisuellen Kulturguts der Schweiz bemüht. International sind für uns die Beziehungen, die wir über die IASA (International) und die IASA Ländergruppe Deutschland / Deutschschweiz knüpfen konnten, sehr wichtig. Das digitale Archiv wird auch den Umgang mit den Toninformationen verändern. Wir hoffen, einmal eine multimedial verknüpfte Datenbank zu erstellen, die zu jedem Tonbeispiel auch Transkriptionen, Bilder, Kommentare und andere Informationen bereitstellen kann. Mit den uns momentan zur Verfügung stehenden Mitteln wird dies aber vorläufig ein kleiner Traum bleiben müssen.

Aufnahmen des Phonogrammarchivs

Aufnahmen des Phonogrammarchivs

Einen Überblick über die Text- und teilweise Tonpublikationen aus den Beständen des Phonogrammarchivs liefert das folgende pdf-Dokument. Für einige Aufnahmeserien ist auch berücksichtigt, in welchen Orten Aufnahmen erstellt wurden. Falls Sie den gewünschten Ort hier nicht finden, nehmen Sie doch bitte mit uns Kontakt auf.

Überblick

Das Phonogrammarchiv der Universität Zürich hat in seiner 100jährigen Geschichte als ältestes Tonarchiv der Schweiz eine Fülle von Tondokumenten zur Sprache in der Schweiz erstellt und gesammelt. Von unseren ersten Aufnahmen 1909 bis zum heutigen Tag kamen dabei einige verschiedene Aufnahmesysteme und Tonträger zum Einsatz. Unser Ziel ist es, alle noch existierenden Tonträger zu digitalisieren, sodass diese einmaligen Dokumente auch den nächsten Generationen zur Verfügung stehen werden. 

Zum Teil arbeiteten wir für dieses Ziel mit unseren Schwesterinstituten in Österreich (dem Phonogrammarchiv der österreichischen Akademie der Wissenschaften) und Deutschland (dem Lautarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin) zusammen. So konnten wir bereits sämtliche Schallplattenaufnahmen von 1909 bis 1932 überspielen und teilweise auch veröffentlichen. 

Zu bearbeitende Aufnahmen

Bisher teilweise bearbeitet wurden die Aufnahmen auf Gelatinefolie, die von 1930 bis 1945 vorgenommen wurden. Diese Folien sind sehr empfindlich.

Auch die Acetatplatten aus dieser Zeit harren grösstenteils noch der Bearbeitung. Diese Platten altern sehr schnell und können heute nicht mehr abgespielt werden. Wir hoffen, dass sich durch die Entwicklung von "Visual Audio" die Situation grundsätzlich verbessert.

In Zusammenarbeit mit der Schweizer Nationalphonothek möchten wir unsere Tondrahtaufnahmen digitalisieren. Aus der Anfangszeit der elektromagnetischen Tonaufnahmen finden sich bei uns einige Drahtspulen mit Tonmaterial. Funktionsfähige Aufnahme- und Abspielgeräte sind heute nur noch schwer zu finden. Glücklicherweise befindet sich ein voll funktionsfähiges Gerät in Lugano.

Zu guter Letzt sollten auch die Tonbandaufnahmen des Phonogrammarchivs überspielt werden. Hier in Zürich wurden von 1952 bis in die 1990er Jahre Tonbandaufnahmen angefertigt. Die Erfahrungen anderer Institute und Privater haben gezeigt, dass sowohl die ältesten wie auch die neuesten Tonbänder von Zerfallserscheinungen betroffen sein können. Eines unserer nächsten Projekte wird die vollständige Digitalisierung des Tonbandmaterials betreffen.