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Phonogrammarchiv

 

Digitales Archiv

Unser Ziel ist es, in den nächsten Jahren sämtliche Aufnahmen zu digitalisieren, um ihre Abspielbarkeit auch für die Zukunft zu sichern. Einige der verwendeten Tonträger, wie z.B. unsere Azetatplatten aus den 1930er-Jahren, sind akut vom Zerfall bedroht oder verändern sich bei der Lagerung derart, dass sie nicht mehr abspielbar sind. Die Digitalisierung von Tonaufnahmen verlangt grosses Fachwissen, viel Zeit und einen hohen technischen Standard. Deshalb sind wir froh in dieser Beziehung auf ein Netzwerk von Schwesterinstituten zurückgreifen zu können, mit denen wir diese Aufgabe gemeinsam erledigen können. In der Schweiz ist unser wichtigster Partner die Schweizer Nationalphonothek in Lugano sowie der Verein MEMORIAV, der sich um die Erhaltung des audiovisuellen Kulturguts der Schweiz bemüht. International sind für uns die Beziehungen, die wir über die IASA (International) und die IASA Ländergruppe Deutschland / Deutschschweiz knüpfen konnten, sehr wichtig. Das digitale Archiv wird auch den Umgang mit den Toninformationen verändern. Wir hoffen, einmal eine multimedial verknüpfte Datenbank zu erstellen, die zu jedem Tonbeispiel auch Transkriptionen, Bilder, Kommentare und andere Informationen bereitstellen kann. Mit den uns momentan zur Verfügung stehenden Mitteln wird dies aber vorläufig ein kleiner Traum bleiben müssen.

Projekte

Aktuelle Projekte des Phonogrammarchivs

Übertragung der Grammophonaufnahmen aus den 1920ern

In den 1920er Jahren hat das Phonogrammarchiv in Zusammenarbeit mit der Lautabteilung der preussischen Staatsbibliothek und ihrem Leiter Wilhelm Doegen eine grosse Anzahl von Aufnahmen angefertigt.

Diese Aufnahmen wurden zum grössten Teil nicht veröffentlicht (Ausnahmen: "Walserdialekte in Oberitalien" und "Bündner Walser erzählen"). In Zusammenarbeit mit dem Lautarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin (dem Nachfolger der Lautabteilung) wurden diese Aufnahmen digitalisiert, so dass weitere Auszüge des Materials veröffentlicht werden können.

Übertragung der Drahttonaufnahmen

In Zusammenarbeit mit der schweizerischen Nationalphonothek werden die 90 Drahttonaufnahmen des Phonogrammarchivs digitalisiert. Die Nationalphonothek ist die einzige Institution in der Schweiz, die über einen funktionsfähigen Drahtrekorder (Webster Wire Recorder) verfügt. Im Dezember 2005 wurden uns von der Nationalphonothek die ersten Übertragungen (14 Spulen) geliefert.

Digitalisierung und Erschliessung

Wir sind laufend daran, unsere Archivbestände zu digitalisieren und besser zu erschliessen.

Stimmen der Heimat

Unser aktuelles Veröffentlichungsprojekt sind die "Stimmen der Heimat". Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Tonaufnahmen, die für die Landesausstellung 1939 zusammengestellt wurden. Es war die erste Veröffentlichung des Phonogrammarchivs von Texten samt den zugehörigen Tonaufnahmen und ausserdem die bis 2002 einzige, welche die Dialekte aller vier Landessprachen berücksichtigte.