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Aktuelle Projekte

Nordwind und Sonne

Das Projekt hat Aufnahmen der Fabel "Nordwind und Sonne" in 76 Schweizer Mundarten gesammelt. Diese können Sie sich auf der Webseite anhören sowie den jeweilig begleitenden Paralleltext lesen.

Zurzeit finden Sie folgende Dialekte:

  • 42 alemannische Dialekte
  • 10 rätoromanische Mundarten (alle fünf Idiome werden vertreten)
  • 10 Tessinder bzw. Südbündner lombardische Dialekte
  • 6 Westschweizer Patois (Frankoprovenzalisch und Französisch)
  • 1 tirolerische Mundart (aus Samnaun GR)

 

ZLDI 2: Textpublikation zur Tonpublikation "Dialetti Svizzeri. Mesolcina GR: Mesocco, Cama, Roveredo GR"

Die Platte "ZLDI 2: Dialetti Svizzeri. Mesolcina GR: Mesocco, Cama, Roveredo GR" enthält acht bündneritalienischen Aufnahmen, die 1969-1970 von Peter Camastral aufgenommen wurden. Die Tondokumente wurden damals ohne Transkriptionen veröffentlicht. Es ist Zeit, diese Lücke zu füllen und die Aufnahmen zusammen mit ihren phonetischen und orthographischen Transkriptionen sowie mit einer (standard)italienischen Übersetzung neu zu publizieren. Verantwortlich für das Projekt ist Camilla Bernardasci.

Die acht Aufnahmen:

  1. Mesocco, Passato e presente (25'16'')
  2. Mesocco, Paura di altri tempi (3'41'')
  3. Mesocco, Tognino e Carlino (2'10'')
  4. Cama, Il nostro dialetto (3'46'')
  5. Cama, Tognino e Carlino (2'07'')
  6. Roveredo, Il morto risuscitato (3'59'')
  7. Roveredo, E un'altra volta... (3'09'')
  8. Roveredo, Tognino e Carlino (2'33'')

 

Tonträgerarten im Phonogrammarchiv und Digitalisierungsprojekte

Von unseren ersten Aufnahmen im Jahr 1909 bis heute standen eine Vielzahl von Aufnahmesystemen und Tonträger im Einsatz. Wir arbeiten seit einigen Jahren daran, alle Tonträger des Archivs zu digitalisieren, sodass diese einmaligen Dokumente auch den nächsten Generationen zur Verfügung stehen werden.

Zum Teil arbeiteten wir für dieses Ziel mit unseren Schwesterinstituten in Österreich (dem Phonogrammarchiv der österreichischen Akademie der Wissenschaften) und Deutschland (dem Lautarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin) zusammen. So konnten wir bereits fast alle erhaltenen Schallplattenaufnahmen von 1909 bis 1932 digitalisieren und teilweise auch veröffentlichen.

Tonträger mit mechanischem Aufnahmeverfahren

Wachsplatte

Dank technischer Unterstützung durch das Phonogrammarchiv der Österreichischen Akademie der Wissenschaften – einschliesslich der zur Verfügungstellung der gänzlich mechanisch funktionierenden Aufnahmeapparatur im Jahr 1909 – konnte das Phonogrammarchiv in einer ersten Phase bis 1923 insgesamt 337 Wachsplatten mit Mundartproben aus allen Landesteilen aufnehmen. Von diesen etwas mehr als Handteller-grossen Platten, die jeweils nur einseitig bespielbar sind und etwa zwei Minuten Laufdauer bieten, sind 243 Exemplare als Kopien in Zürich erhalten; weitere 75 wurden bei der Gesamtedition, die im Jahr 2000 herausgegeben wurde, aus Wiener Beständen ergänzt. 19 Platten sind leider nicht erhalten geblieben. Die Aufnahme erfolgte rein mechanisch mit einer federgespannten Drehvorrichtung und einem einfachen Papp-Ton-Trichter; die Qualität der Aufnahme ist daher zum Teil von sehr starkem Rauschen und Klicken geprägt.

Schellack

Ab 1924 setzte das Phonogrammarchiv auf die Verwendung von Schellackplatten. Zuerst in Zusammenarbeit mit der Lautabteilung der preussischen Staatsbibliothek Berlin, später bei Turicaphon in Riedikon (ZH). Der Aufnahmeprozess war deutlich aufwendiger und konnte nicht mit einem handlichen Gerät durchgeführt werden; dafür waren die Aufnahmen, nicht zuletzt dank elektrischer Verstärkung der Mikrofone, von deutlich besserer Tonqualität. Die Schellack-Platten selbst sind nach der Pressung bei sorgfältiger Behandlung ausgesprochen dauerhaft (sie bestehen aus Naturharz, das von Schildläusen gewonnen wird); die Platten sind aber sehr steif und stossempfindlich. Schellackplatten drehen mit 78 Umdrehungen pro Minute und bieten je nach Grösse etwa 3–5 Minuten Aufnahmezeit auf beiden Seiten. Im unseren Beständen finden sich etwas über 1100 Schellackplatten.

Melogramme (Tilophan)

In den Jahren 1930 und 1932 wurde Leo Hajek aus Wien eingeladen, mit einer neu entwickelten Apparatur sogenannte Melogramme in der Schweiz aufzunehmen. Die Aufnahmen des Jahres 1930 in Schaffhausen und Thurgau gelangen gut. Alle 19 matrizierten Plattenseiten wurden in der Gesamtedition 2000 mitpubliziert (nur eine Plattenseite war schon bei der Aufnahme beschädigt worden). Die die Aufnahmen des Jahres 1932 aber weitgehend misslangen (nur 10 von den 40 aufgenommenen Plattenseiten sind überhaupt erhalten geblieben und nur 5 fanden Eingang in die Gesamtedition der Wiener Aufnahmen), wurde die Verwendung dieser Technik für das Archiv daraufhin nicht weiterverfolgt.

Gelatine-Folie

1933 schaffte das Archiv einen Plattenschneider der Firma Domofon an und nahm damit von 1934 bis 1945 insgesamt rund 220 Plattenseiten auf Gelatinefolie auf, von denen wir bisher rund 3/4 bisher digitalisieren konnten. Die Platten aus Gelatine waren nicht für die Dauererhaltung gedacht, sondern als Zwischenschritt zu einer Matrizierung. Der Matrizierungsprozess war aber verhältnismässig teuer und so wurden nur ausgesuchte Gelatinefolien tatsächlich matriziert. Die Gelatinefolien sind heute zum Teil so stark gewellt (mutmasslich durch Verformungs-Prozesse beim Austrocknen), dass sie sich bei den notwendigen 78 Umdrehungen pro Minute nur mit viel Aufwand oder gar nicht abspielen lassen.

Acetatplatten

Acetatplatten bestehen aus einer Metallplatte, die mit einer Lackschicht aus Acetat, überzogen ist, in die dann bei der Aufnahme Rillen (üblicherweise mit 78 U/min) geritzt werden. Die Acetat-Schicht altert schnell, bildet dabei kleine Löcher oder löst sich flächig von ihrer Unterlage ab. Das Phonogrammarchiv besitzt rund 140 Acetatplatten, die aber ausnahmslos von Dritten stammen oder Kopien von eigenen Aufnahmen enthalten. Die Digitalisierung gestaltet sich insgesamt schwierig und ist gelegentlich unmöglich.

Langspielplatte

Die aus Vinyl gefertigte Langspielplatte erreichte ab den 1950er Jahre grosse Popularität und wurde später erst mit der Erfindung der CD wieder vom Marktthron gestossen. Die Vinylplatte weist gegenüber der Schellack-Platte eine ganze Reihe von Vorteilen auf: sie ist günstiger als Schellack (letztlich aus Erdöl gefertigt), wasserabweisend, elastischer als Schellack und lässt zudem einen engeren Rillenabstand sowie langsamere Umdrehungszahlen als Schellack zu (meistens 45 U/min oder  33 U/min), womit sehr lange Aufnahmen bis zu 25 Minuten auf einer Plattenseite Platz finden. Aufnahmen direkt auf Vinyl sind aber nicht möglich; die Platten werden mithilfe einer Matrize gepresst. In unserem Archiv kommen Langspielplatten daher eigentlich nur in der Form von Eigen- und Fremd-Publikationen vor.

Single

Die Single als Tonträger weist im Gegensatz zu Langspielplatten einen kleineren Durchmesser auf und bietet dadurch auch nur eine kurze Laufzeit von 3-6 Min. Im Phonogrammarchiv finden sich ungefähr 45 Singles im Fundus, ausschliesslich in der Form von Fremd-Publikationen.

Tonträger mit magnetischem Aufnahmeverfahren

Tondraht

Die magnetische Tonaufnahme auf Stahldraht wurde schon in den 1890er-Jahren erfunden und auf der Pariser Weltausstellung 1900 vorgestellt. Der sehr dünne Stahldraht (ca. 1/10 mm) wird auf einer Spule aufgewickelt und bei der Aufnahme entlang seiner Lauflänge unterschiedlich magnetisiert.
Das Phonogrammarchiv schaffte 1945 einen Webster Drahtspulenrekorder an und bespielte rund 90 Tondrahte in den folgenden Jahren. Die Aufnahmen zeichnen sich gemeinhin durch ein ausgeprägtes Netzbrummen aus. Wir lagern die Tondrahte unseres Archivs gegenwärtig in der schweizerischen Nationalphonothek in Lugano, da wir im Archiv über kein funktionierendes Abspielgerät mehr verfügen.

Tonband

Ab 1957 stand dem Phonogrammarchiv ein Tonband-Gerät der Marke Revox zur Verfügung. Beim Tonband werden Signale auf einem magnetisierten Polyester-Band aufgezeichnet, das von einer Spule auf eine zweite Spule geführt wird. Der Tonträger selbst ist verhältnismässig robust, dabei platzsparend und kann sogar wiederverwendet werden.Tonbad-Aufnahme-Geräte waren zudem von Beginn weg sehr handlich und liessen Aufnahmen bei Sprecherinnen und Sprechern zuhause zu. Das Phonogrammarchiv hält fast 1’400 Tonbänder in seinem Fundus, zu einem guten Teil mit Eigenaufnahmen aber auch mit Aufnahmen von Dritten, die über die Jahre am Archiv deponiert wurden. Die Tonbänder des Archivs sind bis auf wenige Ausnahmen restlos digitalisiert.

Tonband-Kompakt-Kassette

Zwar ist die Tonband-Kassette in der Handhabung benutzerfreundlicher als das Tonband. Bezüglich der Qualität kam aber die kompakte Version des Tonbands nie an das Original heran. Das Archiv setzte die Tonband-Kompakt-Kassette nie als Aufnahmemedium ein, aber über die Jahre ist durch die häufige Verwendung durch Dritte doch eine Sammlung von etwa 350 Kompakt-Kassetten im Archiv zusammengekommen.

DAT Tonband

Digital Audio Tape (kurz DAT) war für kurze Zeit in den späten 1980er- und frühen 1990er-Jahren der Inbegriff von Tonqualität, verbunden mit dem Versprechen, verlustfreie Kopien zu ermöglichen. Aber technische Probleme bei der hochkomplexen Bandführungsmechanik führten dazu, dass sich DATs oft als unzuverlässige Partner herausstellten. Vor der Ankunft von Massenspeichern dienten DATs in unserem Archiv einige Jahre als Langzeitspeichermedien, wurden aber bald durch günstigere und zuverlässigere Speichermedien ersetzt. Das Phonogrammarchiv hat ca. 330 DAT-Tonbänder im Archiv, die zum Glück alle schon digitalisiert sind, denn es wird Jahr für Jahr schwieriger, noch gute, funktionierende und bezahlbare DAT-Abspielgeräte zu finden.

Tonträger mit optischem Aufnahmeverfahren

Compact Disc (Audio-CD), CD-R und DVD

Die CD ist ein optischer Datenspeicher und der erste digitale Tonträger, der die Schallplatte in Popularität in den 1980er Jahren abzulösen vermochte. Im Gegensatz zur Schallplatte wird die CD von innen nach aussen “gelesen”, indem die gespeicherte Information mittels Laseroptik abgetastet wird. Wie das DAT-Tonband ermöglichen auch CDs und DVDs das verlustfreie Kopieren, haben aber eine beschränkte und schwierig zu prognostizierende Lebensdauer. Gepresste CDs überdauern im Allgemeinen etwas länger als mit Laser beschriebene CD-Rs, aber dank der Verfügbarkeit von sehr günstigen Festplatten, ist die Bedeutung der Compact Disc als Speichermedium heute vernachlässigbar.

MiniDisc (MD)

Dank geschicktem Marketing gelang es der MiniDisc für einige Jahre in den 1990ern Marktanteile zu erheischen, aber der verlustbehaftete Speichervorgang machte die MiniDisc für Archiv-Bedürfnisse von Vornherein ungeeignet. Das Archiv selber setzte den Tonträger auch nie systematisch ein, nahm aber einige MiniDiscs durch Deposita von Dritten in seine Sammlung auf.

Digitale Daten

Die fortlaufende Miniaturisierung bei den digitalen Speichermedien hat dazu geführt, dass heute die Speicherung von einer Stunde menschlicher Sprache nur noch wenige Rappen an Kosten verursacht. Zudem lassen sich dabei digitale Daten verlustfrei von Medium zu Medium kopieren und somit theoretisch zeitlich unbegrenzt lagern. Digitale Daten, sei es auf einer Festplatte, einem Halbleiterlaufwerk (SSD) oder virtualisiert in einer Cloud, können zudem laufend auf ihre Daten-Integrität überprüft werden und ohne Abnützung ausgespielt werden. Die Vorteile sind so zahlreich, dass wir seit einigen Jahren darum bemüht sind, alle Daten des Archivs entsprechend zu digitalisieren.

Textarchiv

Wir sind laufend daran, unsere Archivbestände zu digitalisieren und besser zu erschliessen. Zurzeit arbeiten wir an der Digitalisierung der Papier-Bestände.