Phonogrammarchiv der Universität Zürich
Zum Phonogrammarchiv
Das Phonogrammarchiv der Universität Zürich (ISIL CH-001390-6) ist mit seinem über 100jährigen Bestehen das älteste Tonarchiv der Schweiz. Das Phonogrammarchiv wurde 1909 als selbstständige Organisationseinheit gegründet, die der Universität Zürich angliedert war. Mit der Universitätsreform in den 1980er und 1990er wurde das Phonogrammarchiv ein Institut der Philosophischen Fakultät und seit dem 1. Januar 2018 Teil des Instituts für Computerlinguistik der Universität Zürich.
Seine Aufgaben umfassen das Sammeln, Dokumentieren, Auswerten und Publizieren von Tonaufnahmen in Schweizer Dialekten aller vier Landessprachen. Dazu gehören neben den Deutschschweizer Dialekten die französischen Patois, die lombardischen Dialekte des Tessins und der Bündner Südtäler sowie die rätoromanischen Dialekte Graubündens.
Geschichtliche Eckdaten des Phonogrammarchivs
1909: Erste Aufnahmekampagne von Albert Bachmann (1863-1934).
1909-1923: Kollaboration mit dem Phonogrammarchiv in Wien.
1913: Instititionalisierung mit Kommissionsmitgliedern Albert Bachmann, Louis Gauchat (1866-1942) und Robert von Planta (1864-1937).
1924-1929: Kollaboration mit der Lautbibliothek der Preussischen Staatsbibliothek in Berlin.
1934-1939: Aufnahmekampagne mit Gelatineplatten.
1939 und 1963: Aufnahmekampagnen im Rahmen von nationalen Ausstellungen.
1954-1959: Umfangreiche Aufnahmen für das Sprachdokumentationsprojekt Sprachatlas der Deutschen Schweiz (SDS).
1969-1970: Umfangreiche Aufnahmekampagne im Kanton Tessin.
1980-1985: Umfangreiche Aufnahmekampagne im Kanton Graubünden.
1980-1985: Aufnahmen in der Stadt Bern.
Ab 2000: Aufarbeitung und Digitalisierung der historischen Aufnahmen.
Bestände
Das Phonogrammarchiv besitzt Eigenaufnahmen ab dem Jahr 1909, und der Bestand ist unterdessen auf rund 5'000 Tonträger angewachsen. Ca. 3000 Tonträger sind dabei eigene vom Phonogrammarchiv erstellte Aufnahmen von Schweizer Mundarten. Die restlichen Tonträger stammen aus sprachwissenschaftlichen Bereichen - hauptsächlich Dialektologie - sowie aus kommerziellen Tonträgern.
Durch die grossen technischen Umwälzungen in der Tontechnik der vergangenen 100 Jahre, besitzt das Archiv eine breitgefächerte Sammlung von verschiedenartigen Tonträgern und Abspielgeräten, die alle ihre Besonderheiten in der Archivarbeit mit sich bringen.
Gewinnen Sie einen Überblick über die Sammlung des Phonogrammarchivs sowie über die verschiedenen Tonträgerarten, die sich im Laufe der Zeit angereichert haben.
Das Phonogrammarchiv besitzt ausserdem ein Textarchiv, dessen Digitalisierung noch im Gang ist.
Hörproben
Sie können sich gerne mit ein paar Hörproben ein Bild von unseren Aufnahmen machen. Klicken Sie dazu in die Karte, um sich Aufnahmen aus der entsprechenden Region in einem neuen Browser-Fenster anzeigen zu lassen. Jedes Quadrat auf der Karte stellt dabei den geographischen Mittelpunkt der politische Gemeinde einer Aufnahme dar, und nicht den tatsächlichen Aufnahmeort. Sie können sich zu den aufgelisteten Orten jeweils die ersten 30 Sekunden einer vom Phonogrammarchiv erstellten Aufnahme anhören.
Alternativ können Sie über unser Suchportal in den Tonaufnahmen des Archivs stöbern und sich Hörproben anhören.
Legende
grün = Alemannische Mundarten
rot = Frankoprovenzialische Mundarten
türkis = Französische Mundarten
blau = Lombardische Mundarten
gelb = Rätoromanische Mundarten
lila = Andere