Stadtberndeutsch (1990er)
Stadtberndeutsch: Sprachporträts aus der Stadt Bern
Herausgegeben von Beat Siebenhaar und Fredy Stäheli
Phonogrammarchiv der Universität Zürich, Schweizer Dialekte in Text und Ton 5.1
Licorne, 2000
Beschreibung
Es gibt kaum eine andere Schweizer Stadt, die wie Bern eine solche Vielfalt an verschiedenen Färbungen ihrer traditionellen Stadtmundart zeigt. Zwei CDs geben einen Einblick in die Dialekteigenheiten verschieder gesellschaftlicher Schichten in Interviews über Sprache und in literarischen Texten. Das in seiner überlieferten Form bedohte burgerliche Berndeutsch steht mit dem fast verschwundenen Mattenenglisch neben abgeflachten, nicht mehr ausgeprägten Varianten des städtischen Berndeutsch. Dazu kommen das Landberndeutsch, das Bendeutsch eines integrierten Romand sowie szenesprachliche Varianten. Historische Aufnahmen und Lesungen runden das Ganze ab.
Im Begleitbuch sind die Interviews tranksribiert; sämtliche Aufnahmen sind ins Schriftdeutsche übertragen und werden mit einem Einführungstext sowie Kommentaren erschlossen.
Hörprobe
Aufnahmejahr: 1994
Sprecher: Roger Friedelance
Roger Friedelance ist im einstigen Unterschichtsquartier Matte geboren und hat dort seine Kindheit und Jugend verbracht.
Transkription im Dialekt
R. F.: Ja, was söu̯u̯ i ẹtz ... ich verzeu̯u̯e? I ha imme gseit: Iderhẹ ittumẹ ingerhẹ iszhẹ ịmmerhẹ ittlechgmẹẹ, das heisst: I der Matte ungər isch es immer gmüetlech gsẹ. Nächär cha me o säge: I der Iuschẹẹ ịmerhẹ ingerm… ịngeremhẹẹ Iggerẹẹ ịmfẹ Ịrerlẹẹ imerhẹ Ịttumẹinglischẹ ịdgre, nẹẹd. Au̯so i də Schueu̯ hei mer eigetlech hingerem Rügge vom Leerer immer Mattenänglisch gredt, ọ so hei mer äbe (R. R.: m-m) aso chli chönne abmache, was mer ẹtz wei mache u was mer eigelech nẹd wette mache.
Übersetzung ins Standarddeutsche
R. F.: Ja was soll ich jetzt Euch erzählen? Ich habe immer gesagt: Iderhe ittume ingerhe iszhe immerhe ittlechgme, das heisst: In der Matte unten ist es immer gemütlich gewesen. Nachher kann man auch sagen: Imfe Irerlee imerhei Ittumeinglische idgre, nicht. Also, in der Schule haben wir eigentlich hinter dem Rücken des Lehrers stets Mattenenglisch gesprochen. Auch haben wir eben ein wenig abmachen können, was wir jetzt machen wollen und was wir eigentlich nicht machen möchten.
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